Es ist tiefster Winter -
schlafen die Honigbienen jetzt ?
Auf keinen Fall!
Im Inneren des Bienenstocks müssen die Bienen - trotz eisiger Außentemperaturen - eine Temperatur von 20 - 25 Grad halten, um überleben zu können.
Wenn eine Königin wieder brütet, dann sogar über 30 Grad im Bereich des Brutnestes.
Diese Wärme erzeugen die Bienen mit ihrer Flügelmuskulatur
Damit sie sich aber nicht zu sehr verausgaben müssen,
rücken sie eng zusammen und bilden eine sogenannte Wintertraube - also eine Kugel
Die Bienen, die an der Oberfläche sitzen, müssen folglich am meisten "heizen". Deshalb schlüpfen diese nach einiger Zeit in das Innere der Wintertraube um sich auszuruhen.
Somit herrscht auch im Winter eine gewisse Dynamik im Bienenvolk.

Wenn man den Deckel abnimmt, sieht man, wie sich die Bienen zu einer Kugel zusammenziehen.
Aber: Bitte nicht Stören !
In den Wintermonaten sollte man die Bienenvölker möglichst in Ruhe lassen
Der Winter kann kommen!
Anfang Oktober haben wir den (vorerst) letzen Eingriff bei unseren Bienenvölkern vorgenommen:
Neben den eigenen Honigvorräten haben wir unsere Völker mit jeweils ca. 15 kg Zuckerwasser gefüttert.
Da es nun bis April quasi keinen Blütennektar mehr geben wird und die Bienen (gerade um die Wärme in den Kästen halten zu können) doch noch Einiges an Futter brauchen werden, müssen diese nun auf genügend Vorräten sitzen.
Jedes Volk hat jetzt mindestens 20 kg Futtervorrat.
Das können wir kontrollieren, indem wir die Kästen mit einer Federzugwaage wiegen.
Bis Anfang April werden die Bienen jetzt nicht mehr gestört - mit Ausnahme eines kurzen Eingriffes im Dezember, bei dem wir die Völker mit Oxalsäure gegen die Varoamilbe behandeln müssen

Da schwache Völker den Winter oft nicht überstehen, vereinigen wir diese mit Anderen - so lösen wir zwar ein paar Völker auf, es muss jedoch keine Biene sterben
Die Bienen bereiten sich schon auf den Winter vor
Ab dem 21.Juni werden die Tage wieder kürzer und die Bienenköniginnen beginnen deutlich weniger Eier zu legen.
Das Volk bereitet sich nun auf den Winter vor.
Da sich die Bienenvölker nun nicht mehr natürlich vermehren, werden weniger Drohnen, also männliche Bienen erzeugt.
Die einzige Aufgabe der Drohnen ist es nämlich Königinnen bei ihrem Hochzeitsflug zu begatten - sonst erfüllen diese gar keine Aufgabe. Sie fressen nicht mal von alleine, sondern werden von den Arbeiterinnen gefüttert.
Dass sie nun nicht mehr gebraucht werden bekommen die armen Drohnen bitter zu spüren:
Ab Juli kann man beobachten, wie Wächterbienen ihnen den Zugang zum Bienenstock verwähren und wie die Männchen regelrecht aus den Kästen gezerrt werden.
Als Imker spricht man vom sogenannten Drohnenkrieg

männliche Bienen sind deutlich größer als ihre Schwestern und können nicht stechen
Die Honigernte 2025 ist nun beendet
Ab Juli tragen die Bienen nicht mehr viel Nektar ein (und das was sie eintragen benötigen sie selbst).
Es ist nun Zeit, den Sommer-Honig (und damit den Letzten des Jahres) zu ernten.
In manchen Jahren können die Bienen (nach der Blütenhonigernte Anfang Juni) Honigtau von Fichten- und Tannennadeln und Laubbaumblättern eintragen.
Dieser deutlich dunklere Waldhonig ist sehr beliebt wegen seines kräftigen Geschmacks und weil er lange flüssig bleibt.
Heuer enthält der Sommerhonig jedoch mehr Blütenhoniganteile von Linde, Brombeeren, Hartriegel etc.. Waldhonig ist nur etwas zur Hälfte enthalten.
In manchen Jahren bekommen wir ein sehr dunklen, fast reinen Waldhonig - in anderen Jahren gibt es fast gar keinen Waldhonig.
Heuer konnten wir je Bienenvolk durchschnittlich etwa 33kg Blütenhonig im Juni und nochmal 14 kg Sommerhonig im Juli ernten.
Das ist etwas unterdurchschnittlich, aber wir können uns nicht beschweren - schließlich gab es letztes Jahr eine Rekordernte von fast 100 kg Honig je Volk.

In diese Waben wurde sowohl Blütenhonig als auch Waldhonig eingetragen
Die Erste Ernte des Jahres ist abgeschlossen
Wir haben nun etwa 80 Honigraumkästen in den Schleuderraum gebracht und konnten mit dem Honigschleudern beginnen
Doch noch kann man die Waben nicht schleudern, denn wenn der Honig reif ist, versehen die Bienen die gefüllten Honigwaben mit "Deckeln" aus Wachs.
Wir verwenden ein heißes Messer, um die Wachsdeckel zu entfernen. Anschließend kommen die Waben in die Honigschleuder und werden ausgeschleudert
Den geschleuderten Honig sieben wir nur grob, um das Aroma weitestgehend zu erhalten.
Da sich jedoch noch Wachsreste im Honig befinden, füllen wir ihn in große 200 - 300 kg Klärbehälter, die wir auf 32 Grad warm halten (eine ähnliche Temperatur wie im Bienenstock).
Nach ein paar Tagen sind alle Wachspartikel an die Oberfläche gestiegen und können abgeschöpft werden.
Als nächstes wird der Honig in 40kg Eimer abgefüllt und bei 15 Grad kühl gestellt.
Wenn nach ein paar Tagen die Kristallisation einsetzt, rühren wir ihn mehrmals. Somit erhält er eine cremige Konsistenz, die beibehalten bleibt




Der Blütenhonig kann geerntet werden
Je nach Volk sind die Waben von 2 bis 4 Honigraumaufsätzen mit Honig gefüllt.
Da die Obstbäume und Rapsfelder verblüht sind und das Wetter momentan recht kühl ist, tragen die Bienen gerade kaum mehr Nektar ein.
Das ist ein guter Zeitpunkt, den ersten Honig zu ernten, der mittlerweile von den Bienen getrocknet wurde und reif ist.


Um die Honigräume bienenleer zu bekommen verwenden wir sog. Bienenfluchten, die wir unter die vollen Honigräume setzen:
Diese Art Schleusen ermöglichen es den Bienen zwar, nach unten zu gelangen, aber nicht wieder zurück.
Nach einem Tag sind die Kästen somit leer und können abgenommen werden, ohne die Völker zu stören.

Bis unser Honig fertig im Glas ist, sind aber noch einige Arbeitsschritte erforderlich
Mitte Mai: Die Zeit der Bienenschwärme
Ab Mitte April beginnen die Bienen natürlicherweise sich eine zweite (oder mehrere) Königin heranzuziehen
Wenn diese schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil ihres Volkes den Bienenstock und bildet einen Bienenschwarm
Dieser Schwarm sammelt sich zunächst vorzugsweise an einem Baum oder Strauch als Schwarmtraube
Nun suchen einige Späherbienen nach einer passenden Behausung. Wenn sie fündig geworden sind, setzt sich der Bienenschwarm wieder in Bewegung, bezieht die neue Unterkunft und bildet ein eigenes Volk.
Auf diese Weise vermehren sich Bienenvölker auf natürliche Weise
Da ein Honigbienenvolk auf Grund der Varoamilbe ohne imkerliche Betreuung kaum überleben kann, ist es uns als Imker wichtig, Bienenschwärme einzufangen und in unsere Obhut zu nehmen.


Brutzellen, in denen neue Königinnen herangezogen werden sind leicht zu erkennen. Einen Bienenschwarm kann man unterbinden, indem man diese Zellen rechtzeitig herausbricht
Ein Bienenschwarm in einem Strauch - nicht immer sind Schwärme so leicht zu erreichen: Oft hängen sie auch hoch oben in Bäumen

Ein Bienenvolk besitzt nur eine Königin.
Ein neue Königin entsteht, indem die Bienen eine gewöhnliche Arbeiterinnenlarve mit Gelee Royal füttern
Da wir nicht mitbekommen würden, wenn bei den Bienenständen, die nicht direkt bei uns sind, ein Schwarm abgeht, vermehren wir unsere Völker nur teilweise über Schwärme
Wenn bei uns in der Umgebung jemand einen Bienenschwarm im Garten hat, dann fangen wir diesen gerne ein !
Auch bei kaltem Wetter hat der Imker was zu tun
Das regnerische und kühle Wetter haben wir genutzt, um noch letzte alte Waben einzuschmelzen.
Dazu verwenden wir einen Dampfwachsschmelzer und einen holzbeheizten Wurstkessel, der mit Wasser gefüllt ist.
Das flüssige Wachs schwimmt dann oben auf und kann abgeschöpft, gesiebt und anschließend zu Blöcken gegossen werden.
Nach nochmaligem Klären gießen wir daraus reine Bienenwachskerzen, die in unserem Laden gekauft werden können.
Da einige unserer Bienenvölker in der Nähe stehen, können wir nur an kalten Tagen Wachs schmelzen.
Denn für diese Arbeiten darf es keinen Bienenflug geben. Sie würden sonst durch den Wachsgeruch zu tausenden angelockt werden und die Arbeit unmöglich machen


Anfang Mai:
Die Bienen haben schon richtig viel Nektar eingetragen
Nun stehen auch die Rapsfelder in voller Blüte und liefern Nektar und Pollen.
Unsere Bienen waren schon richtig fleißig und haben in den ersten holzfarbenen Honigkästen schon alle Waben mit Nektar gefüllt.
Deshalb haben wir nach und nach weitere Kästen aufgesetzt, damit immer genug Platz für Vorräte bleibt. Somit haben mittlerweile manche Völker schon 4 Honigkästen drauf.
Ernten können wir den Honig jedoch noch nicht, da der Wassergehalt noch zu hoch ist.
Durch mehrmaliges Umtragen und Flügelfächern trocknen die Bienen den Honig und versetzen ihn dabei mit Enzymen, was den Honig so wertvoll macht.

Wichtige Nektarspender im April
Gerade blüht der Löwenzahn.
Leider ist dieser für viele Menschen nur ein lästiges Unkraut. Für Honig- und Wildbienen ist er allerdings eine wichtige Nährstoffquelle.
Denn Löwenzahnblüten liefern nicht nur wichtige Blütenpollen, sondern geben auch ausserordendlich viel Nektar her.
In manchen Jahren kann man als Imker deshalb auch Anfang Mai diesen leckeren Löwenzahnhonig ernten.
Da es dieses Frühjahr allerdings sehr trocken war, geben die Pflanzen bisher eher wenig Nektar ab - und damit wird der Löwenzahnhonig heuer wohl nur in geringem Anteil im Blütenhonig mit auftauchen
Wir erweitern unsere Bienenstöcke mit Honigkästen
Da sich unsere Völker gut entwickelt haben und mittlerweile die Kirschbäume blühen, haben wir auf unseren Bienenkästen Honigraumkästen aufgesetzt


Damit die Bienen in den kleineren Aufsatzkästen nur Honig einlagern, legen wir ein sogenanntes Absperrgitter dazwischen, durch welches zwar Arbeiterinnen passen, nicht aber die Königin

Bei der Honigernte werden somit nur die Aufsatzkästen entnommen und das Brutnest des Bienenvolkes wird nicht gestört

Es blühen zwar gerade viele Pflanzen und Bäume, doch leider geben die Blüten wenig Nektar ab, da es gerade sehr trocken ist
Anfang April:
Die Mirabellen Bäume blühen
In Riedenburg haben wir viele Mirabellen-Bäume, die gerade in voller Blüte stehen.
Nach den Weiden sind das die ersten nennenswerten Nektarspender.
Den Mirabellenhonig kann aber höchstens der Imker direkt aus der Wabe probieren: Bis wir das erste Mal Honig ernten können, ist von diesem Honig meist nichts mehr da, weil ihn die Biene selbst gefressen haben

Wir ernten die ersten Pollen in diesem Jahr (Anfang April)
Die Bienen haben sich an die neuen Einflugbereiche gewöhnt.
Jetzt haben wir die Klappen geschlossen:
Um nun in den Bienenstock zu gelangen, müssen sie sich durch die Löcher des Gitters zwängen. Die Bienen nehmen dabei keinen Schaden, allerdings streifen sie sich beim Durchschlüpfen die Pollenhöschen ab, die durch ein weiteres Gitter in den Auffangbehälter darunter fallen.

Am Abend leeren wir die Pollen aus und trocknen sie.

Damit unsere Bienenvölker selbst genug Pollen abbekommen, schließen wir die Fallen immer nur für 3 Tage und lassen sie dann wieder ein paar Tage offen.

Bio-Pollen verkaufen wir in Riedenburg im Käseladen
Bei Interesse können Sie uns auch gerne schreiben
Pollenernte im April
Die Pollenernte beginnt
Die Pollenversorgung ist momentan sehr gut und unsere Bienen haben schon genügend Vorräte angelegt.
Deshalb haben wir an einem Teil unserer Bienenstöcke sogenannte "Pollenfallen" montiert.
Damit können wir -ohne die Bienen zu verletzen- Pollen ernten.
Doch noch sind die Fallen nicht "aktiviert": Die Bienen müssen sich erst noch an die neuen Einflugbereiche gewöhnen können
Februar / März
Die Bienen sammeln schon fleißig Blütenpollen
Haselnuss, Weide, Kornellkirsche,...
Unsere Bienen tragen schon emsig Blütenpollen ein. Die benötigen sie auch, denn Pollen sind sehr eiweißreich.
Vor allem zur Aufzucht der Brut brauchen die Bienen dieses Powerfood.
Da Pollen sehr schnell verderben würden, dicken die Bienen diese mit Honig ein und lagern sie als sogenanntes Bienenbrot in ihren Waben ein

Wussten Sie, dass ...
Dronen, also männliche Bienen, zwar einen Großvater, aber keinen Vater haben ?
Warum ?
Bienenköniginnen können befruchtete und unbefruchtete Eier legen. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen oder, wenn die Larven mit Gelee Royal gefüttert wurden Königinnen. Aus den unbefruchteten Eiern schlüpfen Drohnen, also die Männchen.
Diese tragen somit nur das Erbgut der Mutter und haben einen Großvater mütterlicherseits, aber keinen Vater
Alle Bienen eines Bienenvolkes zusammen bis zu 6kg wiegen ?
Warum ?
Ein Honigbienenvolk besteht im Sommer aus bis zu 60000 Bienen. Da eine Biene etwa 0,1 Gramm wiegt, können diese ein Gesamtgewicht von bis zu 6 kg erreichen
